Mind-Management - Das neue Mental-Training

So wie sich Betriebssysteme und Software für den Computer entwickeln, so entwickelt sich auch Mentalprogramme für Gehirn und Bewusstsein. Mind-Management ist sozusagen die Weiterführung des Mental-Training. Da eine Übersicht über das Mind-Management den Umfang dieser Seite sprengen würde, beschränke ich mich hier auf das Mental-Training.

Praktisch alle Spitzensportler arbeiten mit Mental-Training, um ihre Fähigkeiten und Kräfte zu optimieren und um die gesteckten Ziele zu erreichen.

Auch Weltklasse-Athleten können oft an grossen, wichtigen Wettkämpfen nicht die erwartete Leistung bringen. Nicht derjenige Athlet gewinnt einen grossen Wettkampf, der Inhaber des Weltrekords ist, sondern derjenige, dem es gelingt, an diesem Tag, unter diesen Bedingungen (Klima, Umgebung usw.) und unter diesen Voraussetzungen (Nervosität, psychischer Druck usw.) die beste Leistung zu erbringen.

Es ist selbstverständlich, dass die Technik der ausgeübten Sportart möglichst perfekt sein sollte, ebenso gehört eine gute Kondition, regelmässiges Training und eine vernünftige Ernährung zum Erfolgsprogramm eines jeden Sportlers. Dazu muss aber auch die richtige geistige Einstellung, eine maximale Konzentrationsfähigkeit, eine "innere" Ruhe (entspannt und locker) und der Glaube an den Sieg (oder an seine Leistung) vorhanden sein.

Wie schaffen es diese Athleten nun, exakt zum richtigen Zeitpunkt in Topform zu sein?    -    Um dieses Ziel zu ereichen gibt es verschiedene geistige Techniken, welche zusammenfassend als mentales Training bezeichnet werden und in deren Mittelpunkt die sogenannten Visualisierungsübungen stehen. Es umfasst aber auch das Erlernen und Anwenden folgender Fähigkeiten:

Im Mental-Training entwickelte ich Techniken und Strategien, um zukünftige Erfolge zu verursachen. Eine schwierige Situation ist für mich keine Bedrohung mehr, sondern eine Herausforderung. Ich sehe mich nie mehr als Verlierer, sondern lerne aus jeder Situation.

Entspannung

Eine entspannte und lockere Muskulatur bringt uns

Deshalb ist die körperliche Entspannung auch im Sport der Schlüssel zum Erfolg.

Konzentrationsfähigkeit

Sich konzentrieren heisst:

Unseren Geist und unsere Aufmerksamkeit über längere Zeit voll einer Sache zu widmen oder wie ein Laserstahl auf einen bestimmten Punkt - auf das Wesentliche - zu richten.

Welche Vorteile bringt uns eine optimale Konzentrationsfähigkeit:

Positives Denken

Wir glauben viel zu viel an den praktischen Wert des Wissens und wissen zu wenig vom praktischen Wert des Glaubens.

Positiv denken heisst

Die Kunst des Visualisierens

Vorstellungskraft ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt. (Albert Einstein)

Visualisieren heisst in Bildern denken. Es ist die Fähigkeit, welche praktisch von jedem Mensch erlernt werden  kann. Die Kunst des Visualisierens ist das Bindeglied zwischen Geist und Körper.

Jeden Gedanken, jede Information, jedes Bild setzt unser Gehirn in eine körperliche Reaktion um: Sie zittern vor Angst beim Anblick einer Schlange. Ein spannender Film hinterlässt einen Schweissfilm auf Ihrem Händen. Ein schmutziger Witz treibt Ihnen die Schamröte ins Gesicht. Ein böser Brief lässt Sie vor Wut kochen: Der Blutdruck steigt, das Herz rast. Beim Anblick eines geliebten Menschen bekommen Sie weiche Knie, oder es schwirren Schmetterlinge im Bauch: Die Hormone tanzen.

Die Tatsache, dass der Körper auf Gedanken und Bilder reagiert, macht sich die Technik der Visualisation zunutze. Visualisieren ist ein inneres Schauen. Man versucht, Bilder positiv auszuschöpfen, um körperliche Reaktionen auszulösen. Mit Visualisation bekommen Sie Ängste in den Griff, stärken Ihr Selbstbewusstsein, trainieren Ihre Ausdauer und füllen Ihr Unterbewusstsein mit Fröhlichkeit auf.

 

Ziele setzen und erreichen

Sobald der Geist auf ein Ziel gerichtet ist, kommt ihm vieles entgegen. (Goethe)

Jede Veränderung beginnt zunächst in der Vorstellung.

Ziele als Grundlage jedes Erfolges

Lassen wir einmal dahingestellt, was für Sie, für mich und uns alle Erfolg ist. Eine Übereinstimmung gibt es doch. Erfolgreich ist, wer ein selbst gesetztes Ziel erreicht hat. Das Erfolgsgefühl stellt sich in dem Augenblick ein, in dem wir sehen, fühlen, hören und wissen: Jetzt bin ich da, wo ich die ganze Zeit hinwollte. Jetzt haben sich die Anstrengungen gelohnt. Jetzt habe ich die Ziellinie überquert. Es ist geschafft.

Wir unterziehen uns so mancher Mühe, um zu erfolgreichen Menschen zu werden. Wir sind fleissig und engagiert. Wir kümmern uns um eine qualifizierte Bildung, damit wir im Beruf jederzeit allen fachlichen Anforderungen gewachsen sind. Wir strengen uns an. Wir suchen nach den richtigen Beziehungen, die uns auf der Erfolgsleiter nach oben helfen sollen. Und dennoch stellt sich bei vielen Menschen niemals das doch so ersehnte Erfolgsgefühl ein.

Das mag viele Ursachen haben. Eine ganz wichtige ist die, dass diese Menschen zwar Wünsche, Hoffnungen, Ideen und Träume haben. Aber Sie besitzen keine klaren und eindeutig definierten Ziele, die durch eigenes Tun zu erreichen sind. Die 6 Richtigen im Lotto gelten in diesem Sinne also nicht als Ziel.

Ein Hindernis ist unsere eigene Unbeweglichkeit. Oft sind wir einfach nicht neugierig, mutig und kreativ genug, die ausgetretenen Pfade zu verlassen und Neues zu wagen. Meist blockieren wir uns selbst, indem wir uns nicht wirklich zutrauen, grosse Ziele zu erreichen. Im Grunde unseres Herzens orientieren wir uns an dem, was uns bekannt und sicher erscheint: am Misserfolg.

Das Mental-Training  zeigt Wege auf, wie man Selbstvertrauen für neue und grosse Ziele gewinnen und diese tatsächlich erreichen kann.

Was ist, wenn wir trotzdem nicht unseren sehnlichen Wunsch erfüllt bekommen und erfolglos bleiben? Was oder wer hindert uns daran, uns so zu verhalten, dass wir konsequent unseren Zielen zustreben? Vielleicht neigen wir dazu, die Umstände, unter denen wir aufgewachsen sind und leben, dafür verantwortlich zu machen. Sicher, die Startchancen sind auf dieser Welt nicht gleichmässig verteilt. Aber wollen Sie ein Leben lang Ihr Schicksal beklagen und Ihre Hände in den Schoss legen?

Doch wie kann man die hemmenden und einschränkenden Verhältnisse korrigieren? Es gibt nur einen Weg. Sie verändern Sie, dann und nur dann, wenn Sie bei sich selbst beginnen und sich selbst ändern. Und wo müssen wir anfangen, uns zu verändern? In unserem Kopf, bei der Art wie wir denken, beim Inhalt unserer Gedanken, auf welche Ziele wir uns konzentrieren. Dort legen wir den Grundstein für Erfolg wie für Misserfolg.

Für jedes Unternehmen ist es völlig selbstverständlich, dass es sich Ziele setzt, dann die Massnahmen plant, die zu diesen Zielen führen, im nächsten Schrift diese Massnahmen in die Tat umsetzt, schliesslich prüft und sicherstellt, ob und dass die Ziele innerhalb der gesetzten Frist, Qualität und im vorgesehenen Umfang erreicht werden. Die Ziele eines Unternehmens können ganz verschieden sein:

Die Notwendigkeit klarer, definierter Zielsetzungen gilt ebenso unbestritten für jeden Sportler. Dort ist eine Meisterschaft zu gewinnen, hier soll der Konkurrent X endlich geschlagen werden, und ein anderes Mal soll eine bestimmte Weite, Höhe oder Zeit erreicht werden.

Der Unternehmer wie der Sportler könnten nicht verstehen, wie man überhaupt den Sinn und Nutzen von Zielen bezweifeln kann, ja wie man ohne Ziele ans Werk gehen soll. Sie würden fragen, nach welchen Kriterien denn ohne eine konkrete Zielvorstellung überhaupt Entscheidungen getroffen werden können. Wie anders könnten vernünftige Planungen und Aktivitäten zustande kommen, wenn nicht durch das Bestreben, definierte Ziele zu erreichen?

Doch noch längst nicht ist es für jeden einzelnen von uns selbstverständlich, nach seinen privaten wie beruflichen Zielen zu fragen, diese schriftlich festzuhalten und sicherzustellen, dass sie auch tatsächlich realisiert werden. Zwei Argumente sprechen angeblich dagegen.

Das eine lautet, wer sich Ziele setzt, der bindet sich, beraubt sich seiner Entscheidungsfreiheit und blockiert seine Spontaneität. Ein anderes fragt, was nützen mir Ziele, wenn doch andere Menschen über mich verfügen?

Wenn Sie jedoch abends den vergangenen Tag oder am Sonntag die abgelaufene Woche, zu Silvester das zurückliegende Jahr oder im Alter rückblickend Ihr Leben bewerten wollen, welche Kriterien legen Sie an? Ist ein Urteil nicht in einem hohen Mass davon abhängig und erst dann möglich, wenn gefragt werden kann, ob und inwieweit gesetzte Ziele erreicht worden sind?

Wir werden ständig mit den Erwartungen konfrontiert, die andere an uns haben. Das können die Familie, der Vorgesetzte oder unser Sportverein sein. Es ist völlig unmöglich, alle diese Wünsche zu erfüllen. Wie entscheiden Sie? Könnten eigene Ziele hierbei nicht eine echte Hilfe sein? Wir entgehen dadurch auch ein Stück der Gefahr, uns allein deshalb vor den Karren, das heisst die Ziele anderer spannen zu lassen, weil wir keine eigene Vorstellung haben. Dann könnte uns geschehen, was jemand einmal so formulierte: “Wer nicht weiss, wohin er will, braucht sich nicht zu wundern, wenn er ganz woanders ankommt.“ Wer keine Ziele hat, der führt nicht, sondern wird geführt, der arbeitet nicht, sondern wird gearbeitet, der lebt nicht, sondern wird gelebt.

Nicht alle Aufgaben, die täglich auf uns zukommen, sind sofort und sämtlich zu bewältigen. Also muss ausgewählt, das heisst es müssen Prioritäten gesetzt werden. Auf welcher Grundlage treffen wir diese Entscheidungen? Wie differenzieren wir zwischen Wichtigem von Unwichtigem? Wir könnten unsere aktuelle Stimmung zum Massstab machen oder unsere Tagesform oder es ganz dem Zufall überlassen. Wäre es nicht sinnvoller, wenn wir danach fragen könnten, welche Massnahme bringt mich meinen Zielen näher, welche nützt mir unter diesem Gesichtspunkt nichts und welche schadet mir vielleicht, weil sie mich von meinen Zielen wegführt?

Das Argument, dass Ziele uns einengen, hätte nur dann Gültigkeit, wenn wir einmal gesetzte Ziele starrköpfig verfolgen würden, auch wenn wir zwischenzeitlich zu neuen Einsichten gekommen sind oder unsere Lebenssituation sich verändert hat. Ziele sind Orientierungen, die der regelmässigen Überprüfung bedürfen. So wird ein Kapitän einen anderen als den ursprünglich geplanten Hafen ansteuern, wenn die veränderten Wetterbedingungen es notwendig machen. Aber er wird nicht ziellos übers Meer irren. “Wer seinen Hafen nicht kennt, für den ist kein Wind ein günstiger“, sagte schon Seneca.

In Zielen zu denken und zu handeln muss aber immer auch einschliessen, dass jeder einzelne Tag unseres Lebens Teil des Zieles bzw. das Gesamtziel im Kleinen ist. Wenn das Heute kein Ziel hat, dann wird es auch nicht das Morgen, das Übermorgen und nicht unser Leben haben können.

Ziele an sich sind allerdings noch nicht die Lösung des Problems. Es müssen solche Ziele ausgewählt werden, zu denen man voll und ganz steht, die möglichst weitgehend mit den bewussten und unbewussten Wünschen und Neigungen übereinstimmen. Oder anders gesagt, wir sollten uns für Ziele entscheiden, denen wir sowohl unter dem Gesichtspunkt der inneren Stimme als auch des Gefühls zustimmen können.

 

 

© M. Gähwiler